Hubertus (Hucbert) von Maastricht und Lüttich

Namenstage: Hubert

Funktion: Heiliger, Glaubensbote in den Ardennen, Bischof von Maastricht und Lüttich, einer der vier Heiligen Marschälle

Gedenktag: 3. November

Patronat: Ardennen; Bistum Lüttich; der Jäger, Förster, Schützenvereinigungen, Büchsen- und Schellenmacher, Kürschner, Gießer, Metallarbeiter, Drechsler, Metzger, Optiker, Hersteller mathematischer Geräte, Mathematiker; der Jagdhunde; gegen Hunde- und Schlangenbiss, Tollwut, Besessenheit und Wasserscheu

Hubertus’ Geburtsjahr und -ort sind nicht sicher (um 655, in Toulouse?), aber er stammte vermutlich aus dem fränkischen Hochadel und war mit dem Hausmeier Pippin II., dem Mittleren, verwandt. Am Hofe Theuderichs III. in Paris lebte er als Pfalzgraf, musste aber nach einer Auseinandersetzung  mit Ebroin, dem Hausmeier des fränkischen Teilreichs Neustrien (Neustrien bzw. Neustria war in der Zeit von 511 bis 737 der nordwestliche Teil des Fränkischen Reiches zwischen Loire und Schelde), zu Pippin II. nach Metz fliehen. Dieser gab ihm die Stelle des Oberhofmeisters. Er heiratete Floribana, die Tochter des Grafen von Löwen, die jedoch bei der Geburt des Sohnes Floribert starb, der später als Nachfolger seines Vaters Bischof von Lüttich werden sollte. Hubertus gab seine Ämter auf und lebte mehrere Jahre als Einsiedler in den Ardennen, wo er sich nur guten Werken und der Vertiefung seines Glaubens widmete. 702/703 pilgerte er nach Rom, wenige Jahre danach ernannte man ihn zum Bischof von Maastricht. Den Sitz des Bistums verlegte er 717 nach Lüttich und erbaute eine Kathedrale, um die Gebeine seines Lehrers und Amtsvorgängers Lambert (hl.), der an dieser Stelle 705 ermordet worden war, würdevoll zu bestatten. In den Ardennen, die er ja gut kannte, ging er gegen immer noch weit verbreitete heidnische Rituale vor und baute mehrere Kirchen. Bei einer Hungersnot soll er viele Menschen gerettet haben, und seine erste Amtshandlung als Bischof war die Verteilung all seiner Habe an die Armen. Er starb am 30. Mai 727 in Tervueren bei Lüttich. Seine Gebeine wurden 743 erhoben und kamen 825 in das Benediktinerkloster Andage in den Ardennen, dem später der Name des Heiligen gegeben wurde. Vermutlich wurden sie 1568 von den Hugenotten verbrannt, jedenfalls sind sie heute verschwunden.
Der in der Regel mit Hubertus verbundene Mythos ist der Eustachius-Legende entlehnt: Danach soll dem Jäger ein Hirsch mit einem strahlenden Kreuz im Geweih erschienen sein und ihn von der Fortsetzung der Jagd abgehalten und zum Vollbringen guter Taten im Namen Christi aufgefordert haben. Zu Hubertus’ Bild als langjähriger Eremit in der Waldeinsamkeit mag das zweifellos gepasst haben, so dass er anstelle der heidnischen Diana und des Orion zum Patron der Jäger wurde. An seinem Tag findet heute noch traditionell die erste Jagd der Saison statt, und der mit dem Blut der Beute benetzte »Bruch« (ein grüner Zweig) am Hut des erfolgreichen Jägers ist ihm geweiht. Der Genuss von Brot, Wasser und Salz, die am Hubertustag geweiht sind, soll im Volksglauben gegen Hundebisse schützen.
Der hl. Hubertus wird auch als Nothelfer angerufen, ohne zur Gruppe der Vierzehn Nothelfer zu gehören, aber er ist einer der so genannten vier hl. Marschälle – neben Quirinus von Neuß, der um 130 in Rom den Märtyrertod starb, Papst Cornelius (251–53) und Antonius dem Großen (um 251–356), dem Vater des christlichen Mönchtums. Man wähnte sie – wie weltliche Hofmarschälle vor dem Thron des Fürsten – besonders nahe bei Gott, weshalb ihre Fürbitte bei Seuchen und allen persönlichen Nöten als besonders wirksam galt. Man verehrte sie – vor allem im Rheinland – hauptsächlich vom 14. bis 17. Jahrhundert, aber auch heute wieder im Kölner Raum.

Darstellung: als Bischof im Ornat oder in Jägerkleidung

Attribute: Mitra, Stab, Buch; Hirsch bzw. Hirschkopf mit Kruzifix im Geweih (Hubertus’ Bekehrung wurde offensichtlich aus der Legende des hl. Eustachius übernommen, der durch die Erscheinung des Hirsches mit Kreuz zum christlichen Glauben geführt worden war), Jagdhorn, Jagdhund(e), Schlüssel (den er der Legende nach vom hl. Petrus zur Heilung der Tollwut erhielt)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

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