Patronat: Paartal (Bayern)
Wiltrud wurde im 11. Jahrhundert als Tochter des wohlhabenden Grafen Rapoto von Thaur bei Innsbruck geboren. Dieser verfügte über großen Landbesitz in Tirol und Bayern, und Wiltrud konnte mit seiner Erlaubnis und mit Unterstützung ihres Bruders Orthulf im SchlossHohenwart bei Schrobenhausen (im Paartal in Oberbayern) ein Benediktinerinnenkloster gründen. Wiltrud, die schon früh beschlossen hatte, ihre Jungfräulichkeit Gott zu schenken, entsagte dem weltlichen Leben und trat selbst in das Kloster ein, dem sie ihr gesamtes Vermögen vermachte. Streng befolgte sie die Ordensregeln und galt ihren Mitschwestern als ein Vorbild an Demut.
Wiltrud verstarb im Jahr 1081, der Überlieferung nach als erste Äbtissin von Hohenwart, und wurde in der 1074 eingeweihten Klosterkirche beerdigt. (Teile der romanischen Kirche sind heute noch erhalten; das Kloster wurde 1803 säkularisiert; seit 1876 befindet sich die Anlage im Besitz der von Johann Evangelist Wagner [1807–86; 2001 wurde vom Augsburger Bischof das Seligsprechungsverfahren für ihn eingeleitet] gegründeten Regens-Wagner-Stiftungen und beherbergt heute Einrichtungen für behinderte Menschen.) Wiltruds Bruder Orthulf nahm am Ersten Kreuzzug (1095–99) ins Heilige Land teil. Er starb während der Heimreise und fand seine letzteRuhestätte an der Seite seiner Schwester.
Darstellung: in vornehmem Gewand
Attribute: Kreuz, Kranz aus Rosen

Quelle: Herder-Verlag